Alanus ARTcamp 2026 – Weckruf für meine Künstlerseele

Ich bin schockverliebt – in diese „Oase der Sinne“ im kleinen Städtchen Alfter bei Bonn. Mitten in der Natur liegt das Werkhaus der Alanus Kunsthochschule, die zum ersten Mal ein ARTcamp veranstaltete. Meine Begeisterung für diesen kreativen Kraftort fing bereits mit meiner ersten Kaffeepause an. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinsehen sollte … bei all den faszinierenden Zeichnungen der Ausstellung „Archiv und Augenblick“. Was für ein wunderbarer Start für diesen erlebnisreichen Tag.

Kreative Begegnungs- und Erfahrungsräume auf dem Campus

Dieses war mein erstes Barcamp. Es war gar nicht so chaotisch, wie ich dachte. Rund 80 Kreative stellten sich kurz mit Namen und drei Hashtags vor. Interessante Menschen aus verschiedensten Bereichen: Kunstcoaching, Kunstherapie, Prozessbegleitung, Schauspiel, Fotografie, Grafikdesign, Malerei und aus der Trauerbegleitung. Es gab ein abwechslungsreiches Sessionprogramm.

Bei der Vorstellungsrunde saß Sophie neben mir. Sie hat die Session „Zine selber machen“ angeboten. Patricks Session „Emotionen verarbeiten mit visuellen Geschichten“ interessierte mich ebenfalls. Klasse, dass die beiden spontan gemeinsam einen Workshop zu Zines, visuellen Geschichten und kreativem Storytelling durchgeführt haben. (Davon hab ich leider keine Fotos.) Natürlich entschied ich mich auch für die Session „Zeichnen mit allen Sinnen“ bei Peter Hoffmann, dessen Werke ich ja schon im Foyer bewundert hatte. Und als Drittes besuchte ich den Workshop „Kunst kann?! KüPro praktisch erfahren“ bei der Künstlerin und Prozessbegleiterin Anne von Hoyningen-Huene.

Das Bildhaueratelier im Alanus Werkhaus

Die Atmosphäre auf dem gesamten Gelände mit all den unterschiedlichen Ateliers mitten im Grünen katapultierten mich in meine Schulzeit zurück. Das Gefühl an meinen geliebten Kunstleistungskurs wurde aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Denn (leider) hatte ich beruflich einen anderen Weg eingeschlagen, mehr in Richtung Sprache und Kommunikation anstatt Innenarchitektur, was ich ursprünglich studieren wollte. Wie auch immer: Jetzt will die künstlerische Seite in mir wieder ausgelebt werden … Dieser Ort, die Architektur und die Menschen, die dort arbeiten und studieren, und die Gäste des ARTcamp begeistern mich total. Kunst machen mitten in der Natur, oben auf einem Berg mit Weitblick ins Tal – das will ich auch.

Zeichen- und Wahrnehmungsübungen beim „Meister der Linie“

Das „Zeichnen mit allen Sinnen“ bei Peter Hoffmann war einfach klasse. Zuerst sollten wir einen Stein oder ein Tonobjekt in die linke Hand nehmen und einfach nur fühlen. Dann sollten wir zeichnen, einfach aus dem Gefühl heraus, ohne hinzusehen. Was für eine interessante Erfahrung. Die nächste Aufgabe bestand darin, den Stift im Rhythmus eines Songs über das Papier gleiten zu lassen. Dafür nahm ich einen roten Stift und zeichnete anfangs mit geschlossenen Augen.

Zu guter letzt sollten wir waagerechte Linien in eine umrahmte Fläche zeichnen, erst monoton untereinander, dann den Linienfluss durch eine Störung (leichte Abweichung oder Wellenform) verändern und die Linien fortsetzen. Ich bin völlig fasziniert von der „Bewusstseinsarbeit“ dieses tollen Dozenten, dem es gelungen ist, unsere Sinneswahrnehmung mit kurzen Übungen zu schärfen. Seine Lehre hat was „bauhaus-mäßiges“, irgendwie völlig frei und doch zielführend.

Künstlerische Prozessbegleitung anhand einer Partnerübung

Die Session „Kunst kann?! Künstlerische Prozessbegleitung praktisch erfahren“ mit Anne von Hoyningen-Huene hat mich tief berührt. Es ging um die künstlerische Annäherung an eine Herausforderung und darum, zeichnerisch einen Impuls für einen Lösungsansatz zu finden. Dazu sollte sich jeder auf eine aktuelle Frage oder eine Konfliktsituation aus dem eigenen Leben, Beruf, Familie o.ä. fokussieren. Zunächst fiel mir nichts Konkretes ein. Jeder bekam ein weißes Blatt Papier und durfte sich zwei Farben aussuchen. Nun sollten wir das Blatt nach unseren Vorstellungen bearbeiten. Ich hab es erst an einigen Stellen eingerissen und umgeknickt und dann bemalt, zunächst mit der einen, dann mit der anderen Farbe.

Jetzt kam der Supergau für mich. Wir sollten wir uns eine:n Partner:in suchen, der:die mit seinen Farben etwas auf unser Bild malen sollte. „No way“. Das ging für mich gar nicht. Glücklicherweise bin ich an eine Kunstcoachin geraten, die meine Grenze respektierte und behutsam auf mich einging. Habe ihr erlaubt, etwas auf die eingeknickten, nicht sichtbaren Flächen meines Bildes zu malen. Diese Übung war ein echter Gamechanger für mich. Hinterher hab ich mich total über die „Goldnuggets“ gefreut, die sie unter meinen Knicken „versteckt“ hat. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass ich mich momentan mit zu vielen Themen gleichzeitig beschäftige …

Der idyllische Johannishof im Grünen: der Alanus Campus

Das ARTcamp war erst der Anfang meiner „kreativen Wiederbelebung“. Im August werde ich im Rahmen der Sommerakademie auf dem Alanus Campus einen Mixed-Media-Kurs besuchen. Ich werde berichten …

Porträt Andrea Stanke
Andrea Stanke | Heart Worx
Als Texterin liebe ich es, Menschen mit Worten zu berühren. Ich mache den Spirit Ihres Unternehmens lebendig. Webtexte, Blogbeiträge und Porträts aus meiner Feder erzählen die Geschichten hinter Ihrem Business, damit Sie das Vertrauen Ihrer Wunschkunden gewinnen.

Lassen Sie mich in Worte fassen, was Sie so besonders macht. Kontakt · Telefon 0221 55 11 45 · E-Mail